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10.1 Gerber-Treiber (Photoplotter)

Bevor Sie weiterlesen: Dieses Kapitel enthält generelle Informationen über Gerber, jedoch der Ausgabetreiber ist veraltet und wird aus Rücksichtnahme auf ältere Versionen weiterhin hier dokumnetiert. Verwenden Sie bitte den überarbeiteten Treiber: "(X-)Gerber und Bohr Ausgabe PCBout..." im Menü "Datei/Ein-Ausgabefoemate /Produktion". Kapitel 10.4


Allgemeines

Fragen Sie Ihren Hersteller zunächst, ob er nicht lieber das XGerber-Format verarbeitet!

Das GERBER-Format RS-274-D ist das gängige Ansteuerformat für Photoplotter. Ein Photoplotter ist im Prinzip nichts anderes als ein x-y-Plotter mit einer Lichtquelle als Stift, der auf einen Film zeichnet. Die Lichtquelle kann durch vorgelegte Blenden verschiedene Formen annehmen. So wird zum Zeichnen von Linien meist eine runde Blende benutzt, das Licht eingeschaltet und der Weg der Leiterbahn abgefahren (Fahrblende). Zur Ausgabe von Lötaugen wird keine Bewegung ausgeführt, sondern diese werden mit einer speziell geformten Blende direkt auf den Film geblitzt (Blitzblende). Jeder Blende entspricht ein bestimmter D-Code (D10 ... Dxxx). Welche Blende unter welchem D-Code zu verstehen ist, wird in einer Blendendatei vereinbart. Blendendateien sind nicht genormt und oft nicht maschinenlesbar. TARGET kann mit vorgegebenen Blendendateien arbeiten oder selbst solche generieren.Normalerweise wird für einen Film also eine Gerberdatei und eine Blendendatei benötigt. In der Blendendatei steht daher die Liste aller verwendenten Blenden und in der Gerberdatei wie mit diesen verfahren werden soll.

Gerberdatenerstellung anhand eines Beispieles





Folgendes Vorgehen ist bei der Gerber-Ausgabe zu beachten:

a) Zeichnen Sie Ihre Platine in TARGET und speichern Sie diese. Schreiben Sie auf jeden Fall in die Lage Kupfer oben das Wort "TOP" und in die Lage Kupfer unten gespiegelt das Wort "BOTTOM", also von unten lesbar. Falls vorhanden, sollen die Lagen Kupfer Innen mit K1 bis Kx durchnummeriert werden.

b) Gehen Sie auf die Option "Ein-/Ausgabe-Formate" im Menü DATEI. Klicken Sie dort auf "Gerber Ausgabe". Der Gerbertreiber wird automatisch gestartet.

c) Klicken Sie auf Projekt wählen um im nachfolgenden Dialog das entsprechende TARGET-Projekt auszuwählen.

d) Die Projektdatei und die Blendendatei wird im Fenster direkt angegeben. Wenn Sie einen anderen Blendennamen angeben wollen, dann klicken Sie auf Blendendatei wählen.

e) Falls vorhanden und für Ihre Zwecke brauchbar, laden Sie eine Konfigurationsdatei. Diese Enthält Informationen darüber, welche TARGET-Ebenen in welchen Gerber-Dateien ausgegeben werden. Ansonsten legen Sie mit neuer Eintrag... jeweils eine auszugebende Gerber-Datei fest. Wählen Sie einen Namen für die Gerber-Datei und bestimmen Sie, welche TARGET-Ebene(n) darin enthalten sein sollen. Ggf. ist es sinnvoll, die Ebene 23 "Umriß" in Verbindung mit der eigentlichen auszugebenden Ebene zu aktivieren, damit zu jeder Ebene ein eindeutiger Bezugspunkt zu erkennen ist. Folgende Konfigurationen werden mit TARGET mitgeliefert:
Bedeutung: DSDK = doppelseitig durchkontaktiert, LSL = Lötstoplack, MASSE = Platine mit Massefläche, 4MULTI = vierfach Multilayer

f) Benutzen Sie bei der Benamung der Gerber-Dateien sinnvolle Namen, am besten aber dennoch mit einer Zeichenlänge von nur acht Buchstaben, damit Ihr Platinenhersteller die Files problemlos weiterverarbeiten kann. Möchten Sie die Konfigurationseinstellungen ändern, dann wählen Sie "Eintrag bearbeiten" oder "Eintag löschen".

g) Wenn Sie mit den restlichen Einstellungen einverstanden sind, dann wählen Sie jetzt "Gerber erzeugen". Die Gerber-Dateien werden in das unten angegebene Zielverzeichnis erzeugt. Tip: Speichern Sie die Gerberdaten zunächst auf Ihrer Festplatte ab, bevor Sie sie auf Diskette kopieren.

Mit 90° gedreht läßt sich die Ausgabe rotieren, mit gespiegelt kann eine seitenverkehrte Ausgabe gewählt werden. Mit Versatz kann ein +/-Offset angegeben werden, mit Faktor können Sie die Ausgabe korrigieren. Lötstop+ macht die Löcher im Lötstopplack für Lötpunkte ein wenig größer und Lötpaste- macht den Lötpastenauftrag für SMD-Bauteile geringfügig kleiner. Durchkontaktierungen mit Lötstoplack bedeckt sorgt dafür, daß bei Durchkontaktierungen keine lötbare Fläche übrigbleibt. Allerdings wird dann dennoch für jede DuKo ein kleines "Deckelchen" für das Bohrloch erzeugt, damit beim Siebdruck nicht der Lack durch die vielen DuKos läuft. Bohrungen als Piktogramme korrespondiert mit dem gleichnamigen Ausgabetreiber in TARGET. Für jedes Bohrloch mit verschiedenem Durchmesser wird ein kleines Symbol erzeugt (Piktogramm). Dies dient der Übersicht beim Handbohren. Siehe {3-1-Menuesystem.htm#PiktoKapitel 3.1.10.9. Um in einer höheren Auflösung auszugeben wählen Sie Hohe Auflösung.

Blendenliste

Die entstandene Blendentabelle ist ggf. bei jedem Ausgabeschritt ein wenig gewachsen: Bei "Kupfer unten" wird sie neu erzeugt: Alle davon benötigten Blenden werden eingetragen. Falls bei der Ausgabe der nächsten Ebene in der Blendentabelle brauchbare Blenden gefunden werden, so werden diese mitbenutzt. Wird jedoch z.B. bei "Kupfer oben" eine Blende benötigt, die noch nicht vorhanden war, so wird diese in der Blendentabelle angehängt.

TARGET benutzt folgende Blendenarten:


Blendenliste: komplett neu erzeugen und Fehlende Blenden: erzeugen und anhängen. Falls Ihr Photoplotservice sich auf eine von Ihnen mitgelieferte Blendendatei einstellen kann (er also Ihre Sprache spricht), geben Sie keine Blendendatei vor, sondern lassen Sie sich eine solche von TARGET generieren (Emulation = nein) und liefern dem Photoplotservice die Blendendatei mit.

Blendenliste: vorhandene benutzen und Fehlende Blenden: nachahmen (emulieren). Falls Sie sich nach einer Blendenliste des Photoplotservice richten müssen (Sie also dessen Sprache sprechen müssen), müssen Sie vorher die Blendendatei von Hand erzeugen, indem Sie die Blendenliste des Herstellers in folgendem Format in einen ASCII-Editor (z.B. Windows-Editor NOTEPAD.EXE) eintippen:

z.B. BEISPIEL.BLN:
D-Code, Blendenart, Breite, Höhe

D10 FK 4 4
D11 FK 6 6
D12 FK 8 8
...
D46 FK 315 315
D47 FK 394 394
D48 FQ 31 31
...
D67 FQ 157 157
D82 BP 200 200
D83 BP 394 394
...

D-Code steht für "D10" bis "D999". Blendenart für die o.g. Blendenarten (2 Buchstaben), Höhe und Breite für die Abmessungen der Blende in MIL (= 1/1000 Zoll = 0,0254mm). Die Angaben müssen durch Leerzeichen getrennt sein. Und außerdem müssen Sie es TARGET verbieten, fehlende Blenden an die Liste anzuhängen (Emulation). Dann muß TARGET nämlich versuchen, die fehlenden Blenden mit kleineren Blenden zu "emulieren", d.h., ein großes Achteck z.B. wird mit einer kleinen Kreisblende ausgemalt. Emulieren kostet allerdings ggf. mehr Plotzeit und erzeugt z.T. riesige Datenmengen.

Falls Sie mehrere Plots haben (z.B. Kupfer unten, Kupfer oben, Bestückungsdruck), macht es sich immer schlecht, wenn Sie zu jeder Gerberdatei eine neue generierte Blendendatei mitliefern. Das Format der Blendendateien ist nämlich nicht genormt, so daß Ihr Photoplotservice dann drei Blendendateien von Hand eingeben müßte. Das kostet. Deshalb lassen Sie die Erzeugung aller Gerberfiles in einen "Rutsch" per Konfigurationsdatei durchlaufen. Auf diese Weise entsteht eine einzige Blendendatei, die für alle Gerber-Files gemeinsam gilt.

Senden Sie Ihrem Plot-Hersteller Ihre Gerberdatei(en) und die Blendendatei(en). Zudem benötigt der Hersteller meist die Beschreibung der vorkommenden Blendenarten (FK,FQ,BE,...). Auch sollten Sie dem Hersteller mitteilen, welche Gerber- und Blenden-Dateien zusammengehören und was jeweils damit dargestellt werden soll:

schlecht, aber gültig:





besser:




Zum Versenden verwenden Sie am besten Qualitätsdisketten in einem wattierten Umschlag, oder senden Sie die Daten per Internet/eMail bzw. Datenfernübertragung DFÜ. In jedem Falle sollten in jeder Kupferfläche ein Schriftzug egal welcher Art enthalten sein, der später auf der realen Platine ungespiegelt zu lesen sein soll. Damit zeigen Sie dem Film- bzw. Platinenhersteller unmißverständlich die Orientierung der Kupferflächen an. Falls Sie wenig Platz haben, so bringen Sie doch wenigstens im Kupfer unten gespiegelt die Buchstaben "LS" für Leiterseite und im Kupfer oben ungespiegelt die Buchstaben "BS" für Bestückungsseite an.

Ausgabe von Masseflächen

Fragen Sie auch nach, ob Ihr Photoplotservice einzeln angelieferte Gerberdateien optisch voneinander subtrahieren kann und von diesen einen Film herstellen kann. Nur dann sind Sie in der Lage, mit Löschebenen oder offenen Bohrlöchern zu arbeiten:

Für die Ausgabe von automatisch erzeugten Masseflächen über Löschebenen und Auren benötigen Sie mehrere Gerberdateien für eine Kupferlage: z.B. "Kupfer unten":




Dies funktioniert nur, wenn der Photoplotservice verschiedene Layer auf einem Film übereinander mit unterschiedlichen "Vorzeichen" ausgeben kann. Heutige Photoplotter und deren Software sind dazu immer in der Lage. Manche Plotter können aber nur eine Ebene negativ (wie für Lötstop) auszugeben und dann ggf. eine weitere Ebene positiv darüber zu legen. Es entstünden folgende Dateien:




Dazu ist es unbedingt erforderlich, daß in TARGET die Ebene 0, also die Flächen-Ebene, z.B. mit einem Rechteck über die Platinengröße komplett gefüllt war! Falls dann beispielsweise die Platine nur halbseitig mit einer Massefläche versehen sein soll, muß die andere Hälfte mit einem Rechteck in der Löschebene 1 vom Masseflächenkupfer befreit werden. In der Löschebene kann aber natürlich mit beliebigen Formen gearbeitet werden, z.B. Rechtecke, Dreiecke, Kreise, Tori, usw...)


Sie können von Ihrem Filmhersteller oftmals eine preiswerte Vorab-Photokopie der Ausgaben als Korrekturabzug anfordern (ggf. auch per Fax). Auf diese Weise lassen sich zumindest grobe Fehler schnell erkennen.

Wenn Ihnen dies alles zu kompliziert ist, lassen Sie die Platinen am besten von Experten herstellen, die Ihre TARGET *.T3001-Dateien direkt verarbeiten. Eine Liste solcher Hersteller finden Sie im Programm unter dem Menüpunkt Platinenservice oder noch akktueller im Internet unter http://www.ibfriedrich.com in der Rubrik DIENSTLEISTER.

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